Der rote Faden in linken Widersprüchen
So manchem wird schon aufgefallen sein, daß die einst für Frauenrechte kämpfenden“ Linken zu den großen Fürsprechern der islamischen Gesellschaftsform trotz deren Frauendiskriminierung gehören. Nur einer von vielen scheinbaren Widersprüchen bei den Linken, die jedoch alle ein roter Faden verbindet.
Antiwestliche Strömungen als natürliche Verbündete der antiwestlichen Linken
Die Logik im scheinbaren Widerspruch Wie kommt es nur, dass sich die links
Orientierten in westlichen Gesellschaften so gerne für Homosexuelle engagieren, doch wenn Homosexuelle Opfer islamischer Ideologie oder islamisch sozialisierter Personen werden (wie z.B. in Deutschland inzwischen permanent), so
auffällig still sind? Warum sind die GrünInnen und GenderInnen so schweigsam, wenn das islamische Patriarchat die Frauen derart zurück an den Herd drängt bzw. sie nie sonderlich von diesem ließ? Anno ‘68 verbrannten linke Emanzen BH’s als Protest gegen die Spießergesellschaft Adenauers, heute bejubeln sie Kopftücher und Burkinis. Sie schwärmten von freier Liebe und heute rufmorden sie Kritiker der islamischen Zwangsehe als Rassisten und braune Fäkalien. Sie waren für Frieden, priesen den Pazifisten Ghandi als Vorbild, doch heute sympathisieren sie mit dem „bewaffenten Widerstand“ der Hamas und der Taliban. Sie sind entschieden
gegen das 3. Reich eingestellt, doch wenn Moslems „Tod den Juden“ auf Europas Straßen brüllen, schweigen die selbst ernannten „Antifaschisten“ fast durchweg.
All diese Widersprüche zeigen überdeutlich:
Der rote Faden in diesen typisch linken Widersprüchen ist, dass sie – wo sich auch
immer sich ein Konflikt zwischen westlicher Kultur (nachfolgend ist damit menschenrechtlich, demokratisch, marktwirtschaftlich, christlich gemeint) und Politik ereignet – Partei ergreifen für die Positiion, die sie als anti-westlich begreifen. Dabei schrecken sie noch nicht einmal vor der Preisgabe ihrer gegenüber dem westlichen System gerade noch propagierten Ideale zurück. Als dienten diese vor allem dazu, die westliche Gesellschaft moralisch unter Druck zu setzen, nicht aber um den Menschen ihre Rechte zu gewährleisten. Sonst müssten die LinkInnen und GrünInnen schließlich an forderster Front islamische Homophobie und Geschlechterapartheid angehen.
Negative Bewertung des Westlichen
Die historische Betrachtung des Westens ist mittlerweile dominiert von negativer
Sichtweise. Nationalsozialismus, Kolonialismus, Imperialismus, Ausbeutung der
dritten Welt, Atombombenabwurf, usw. Einzig davon ausgenommen ist der Sozialismus (der ebenfalls westlicher Kultur entstammt, aber individuelle Freiheit und Marktwirtschaft ablehnt und somit zum Gegenpol des marktwirtschaftlich-freiheitlichen Modells wird). Im Westen hat sich somit die Selbstkritk gemäß dem sozialistischen Propagandamodell etabliert. Zumeist unbewusst. In Europa nahezu vollkommen, in den USA stark verbreitet, aber noch nicht monopolartig. Ignoriert wird hingegen fast alles, was dem Westen zugute gehalten werden könnte. Hilfen für die dritte Welt, Wohlstand durch Förderung der Marktwirtschaft, Ausbreitung der Demokratie (z.B. in Indien), medizinischer und technologischer Fortschritt, Schaffung von Infrastruktur während des Kolonialismus, kulturelle Fortschritte durch diesen (z.B. Verbesserung der Lage der koptischen Christen im islamischen Ägypten) und nicht zuletzt die Abermilliarden an Steuergeldern für integrationsunwillige Migranten sowie deren Aufnahme generell.
Schuldzuweisungen sind fast immer einseitig an die westliche Gesellschaft gerichtet.
Bildungsdefizite bei Moslems in Europa und Deutschland werden nicht der Bildungsfeindlichkeit der islamischen Kultur angelastet, sondern einseitig der islamische Migranten aufnehmenden Gesellschaft.
„Wir tun nicht genug für Migrantenbildung, sind nicht offen genug für die fremde Kultur des Islam, usw“. Die Etablierung dieses Deutungsmusters ist inzwischen so dominant, dass eine Debatte darüber nicht einmal mehr im Ansatz von Politik und Medien statt findet. Es gilt: Alle Missstände haben wir zu verantworten, während die Fremdkultur synonym besetzt wird mit positiven Begriffen wie Bereicherung und Vielfalt, mit Talenten und Potentialen.
Idealisierung des Nicht-Westlichen
Analog zum kollabierten Sozialismus als Gegenentwurf zum westlichen Modell erlangt nun zunehmend der Islam die Stellung als Gegenpol. Die Schablonen sind die selben: Die Rolle des linken Helden Che Guevara übernimmt analog der „islamische Widerstand“, sei es die Hamas (Peter Scholl-Latour definierte diese neulich so) oder die islamischen Fundamentalisten in Afghanisten. Konfrontation gegen den Westen wird mit Legitimation versehen, auch wenn diese gewalttätig ist, wie einst der linke Terrorismus. Plötzlich wird das islamische Patriarchat umgedeutet zum „tollen Familienzusammenhalt“, das Kopftuch deklariert als Schutz vor Anmache, als Quelle von Stolz, Selbstbewusstsein, Würde – als Beleg für besonders emanzipiertes auftreten. Die Bewahrung islamisch-fundamentalistischer
Gesellschaftsstruktur als wünschenswerte Identitätsbewahrung. „Christlicher
Fundamentalismus“ hingegen wird in aller Entschiedenheit abgelehnt, obwohl von diesem keine Zwangsehen, Ehrenmorde und kein blutrünstiger Djihad ausgehen.
Skepsis gegenüber (westlichem) wissenschaftlichem Rationalismus
Die zunehmende Ablehnung bezieht sich auf nahezu alle Bereiche, die mit der westlichen Wohlstands- und Erfolgsgeschichte zusammen hängen. Hierzu gehört eine sich immer mehr ausbreitende negative Grundhaltung gegenüber dem wissenschaftlichen Rationalismus, hin zum auf subjektiven, „gefühlten“ Erkenntnissen. Die Ablehnung von technologisch-wissenschaftlichem Fortschritt,
ablesbar an der mittlerweile sehr sicheren Atomkraft, oder den immensen Vorteilen der grünen Gentechnik (verbessertes Saatgut, Resistenz gegen Schädlingsbefall und
Extremwitterung) ist hierfür exemplarisch. Im Kontrast hierzu steht die von subjektiven Glaubensgrundsätzen geprägte Esotherik und der Biokult. Was das westliche System unterstützt, wird abgelehnt, ohne dafür adäquate Alternativen nennen zu können (man vergleiche Atom- und Kohlestrom in Bezug auf Kosten und Verlässlichkeit mit Windkraft und Solarstrom) oder die über sechs Milliarden
Menschen, die mit Bioanbau nicht mehr zu ernähren wären.
In der Tradition sozialistischer Propaganda
Der rote Faden sozialistischer Propaganda ist deutlich erkennbar. Während des kalten Krieges war die Überlegenheit des westlichen Systems offensichtlich. Der Westen war menschenrechtlich orientiert, schuf einen in der Menschheitsgeschichte nie dagewesenen Wohlstand für die Bevölkerung bei gleichzeitigem Höchstmaß an individueller Freiheit und humanistischer Rechtslage. Der Sozialismus hingegen konnte seine Versprechungen noch nicht einmal im Ansatz einlösen, unterdrückte und mordete Abermillionen. Darum mussten die Erfolge der westlichen Kultur negiert werden – im Sozialismus selbst und auch bei den Linksradikalen im Westen. Diese Deutungsmuster sind mittlerweile die fast einzige Deutungsschablone zur Bewertung der westlichen Gesellschaft geworden: Schwächen und Fehler werden überproportional herausgestellt, Errungenschaften ignoriert.
Exkurs: Eigendynamik des demokratischen Systems
Hinzu kommt ein machtpolitischer Mechanismus, den man nicht den Linksideologien anlasten kann: Eine Demokratie führt bei den Machtwilligen zwangsläufig zu einer Wettbewerbssituation, die dazu zwingt, Fehler beim Gegner aufzuspüren. Ein an sich wünschenswerter Mechanismus, von dem die
Bevölkerung profitiert. Doch insbesondere in Europa ist dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt, weil die Konservativen praktisch nicht in der Lage sind, eigene ethische Zielvorstellungen zu formulieren und darüber hinaus unfähig sind, die offensichtlichen Nachteile linker Politik ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die ehemals konservativen Parteien Europas sind mangels eigener gesellschaftspolitischer Vision programmatisch nur noch ein Abklatsch der
linken Parteien, die CDU weltanschaulich weitgehend ein Anhängsel der Grünen geworden. Nur das Streben nach Ämtern hält die CDU noch zusammen. In den USA hingegen gibt es brilliante konservative Denker und vor allem noch keine derart linksorientierte Medienlandschaft, so dass permanent eine Hinterfragung auch der liberals-policy stattfindet. In Europa hat sich die linke Bewegung seit ‘68 den sehr wünschenswerten Selbstreflektionsmechanismus zu eigen gemacht und einseitig durch Etablierung ihrer Deutungshoheit für ihre politische Zielsetzung vereinnahmt.
Das Phänomen der Autodestruktivität
Innenpolitik
Mittlerweile ist die Politik in Europa durchdrungen von Autodestruktivität. Trotz Millionen Arbeitsloser, will die EU Zigmillionen bildungsferne Menschen aus Afrika und dem islamischen Raum zuwandern lassen. Ebenso wird der Türkeibeitritt mit Vehemenz voran getrieben, trotz der absehbaren immensen Kosten von durchweg bis zum Limit überschuldeter Staatsfinanzen in der gesamten EU. Vielleicht ist es den Protagonisten dieser Politik noch nicht
einmal bewusst, was sie da für (unlösbare) Probleme schaffen. Vielleicht folgen sie tatsächlich nur einer moralischen Orientierung, die sie für besonders human halten. Vielleicht ist es aber auch nur kurzfristiges machtpolitisches Kalkül – oder eine Mischung aus allem.
Niemand kann jedoch die offensichtlichen Folgen dieser Politik bestreiten. Schon heute sind die Folgen der Massenzuwanderung bildungsferner Personen ökonomisch desaströs, vom kulturellen Aspekt und den Kosten für die Sozialsysteme ganz zu schweigen.
Zur Finanzierung dieser Massenzuwanderung,
sowie einem von immer mehr Ansprüchen
aufgeblähten Sozialstaat plus den
gigantischen Kosten der Pensionärsversorgung,
ensteht permanente Überforderung der
marktwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit. Immer
höhere Steuern und Bürokratieaufbau
strangulieren die Kuh Marktwirtschaft, die
man doch eigentlich melken möchte. Stellen
sich negative Konsequenzen einer linken
Idealen folgenden Politik ein, werden diese
sofort als z.B. Versagen der Marktwirtschaft
gedeutet. Arbeitslosigkeit in Folge
überhöhter Steuern und Bürokratie wird
beispielsweise ausschließlich als Folge eines
auf Profitgier ausgerichteten Systems
dargestellt. Wohlstandseinbußen durch
staatliche Lohnenteignungen via Steuern
werden nicht kritisiert, im Gegensatz zu
Lohnverfall in Folge von Wettbewerbsdruck.
Die aktulle Finanzkrise wird einseitig der
Marktwirtschaft angelastet als einem System
ungezügelter Profitgier, dabei waren es
staatliche Reglementierungen, die erst zu
einer solchen Krise führten und diese
gigantische Spekulationsblase möglich machten
(durch eine regierungsamtliche Verordnung
noch unter Clinton, auch finanziell schwachen
Kreditnehmern die Immobilienfinanzierung zu
ermöglichen, plus der Bubble-Economy der
FED).
Alle Probleme dieser linksideologischen
Politik werden jedoch direkt proportional der
(westlichen) Gesellschaft angelastet, quasi
als Beweis für deren Unzulänglichkeiten. Man
schafft sich im Endeffekt, selbst wenn das
noch nicht einmal bewusst so gewollt ist, den
„Beweis“ für das Systemversagen von
Marktwirtschaft und des (bisherigen)
Gesellschaftsmodells. Ein Beispiel hierfür
ist die Debatte um das Schulsystem: Je weiter
links ein Bundesland regiert wird, desto
deutlicher die Tendenz zum schlechten
Abschneiden der Schüler beim PISA-Test.
Überproportional schwache Resultate liefern
Gesamtschüler. Doch kritisiert wird vor allem
das dreigliedrige Schulsystem, das immerhin
über Jahrzehnte leistungsfähige junge
Menschen hervorgebracht hat. An diesem kann
es also nicht liegen, wenn die Schüler immer
schwächer werden. Geht es somit den
Protagonisten der linken Gesamtschulidee
wirklich um den Leistungsstand der Schüler
oder doch eher um die Durchsetzung ihrer
Ideologie und die Sicherung ihrer Pfründe,
indem sie sich als Problemlöser darstellen?
Eines Problems, zu dem sie selbst maßgeblich
beigetragen haben.
Außenpolitik
Der Kontrast zur Kritikbereitschaft bezüglich
China und der islamischen Welt könnte kaum
größer sein. China ist zwar von der
kommunistischen Partei regiert, jedoch längst
ein kapitalistisches Land geworden, hat sich
somit dem westlichen Gesellschaftsmodell
angenähert. Die Menschenrechtslage wird laut
kritisiert, jedoch alle postiven
Entwicklungen seit dem Abschied vom Idol
vieler Linker, dem Massenmörder Mao, kaum je
gelobt. Man konzentriert sich primär auf
„soziale Ungleicheiten“ des Wirtschaftsbooms,
Umweltverschmutzung und die Problematik um
Tibet.
Die islamische Welt hingegen muss sich fast
nie Klagen über Menschenrechtsverletzungen
anhören. Der saudische König kann sicher
sein, dass sein Scharia-Rechts(un)wesen
akzepiert wird. Der gesamte Komplex der
islamischen Geschlechterapartheid, die
Unterdrückung Homosexueller, von
nicht-islamischen Minderheiten, oftmals deren
brutale Verfolgung, sind höchstens Randthemen
in westlichen Medien. Nicht leugbare
Verbrechen werden willkürlich als „haben mit
dem Islam nichts zu tun“ definiert, um
Grundsatzkritik am System des Islam zu
vermeiden. Dafür gibt es zuhauf Lobpreisungen
über die Glitzerwelt in Dubai, wo sich
angeblich Moderne und „Tradition“ harmonisch
ineinander fügen. Die gesamte
Kritiksystematik, die bei China ständig zur
Anwendung kommt, wird in Bezug auf die
islamische Welt gänzlich unterlassen.
Sicher – hier spielen wirtschafts- und
machtpolitische Erwägungen eine große Rolle.
China ist als Warenproduzent auch Konkurrent.
Von den islamischen Öloligopolisten ist man
in sträfliche Abhängigkeit geraten. Doch die
Einseitigkeit in der Bewertung deckt sich mit
dem im Westen mittlerweile verinnerlichten
anti-westlichen Deutungs- und
Bewertungskonsens. Die Tendenz ist eindeutig:
Je mehr westlich-kulturelle Elemente eine
Gesellschaft aufweist, umso schärfer wird sie
kritisiert. Linke Regime werden kaum
angeprangert, ebenso wenig wie islamische.
Ein klassisches Beispiel ist auch der Umgang
mit dem Unrechtsregime des südafrikanischen
Apartheidstaates. So berechtigt und notwendig
eine offensive Ablehnung dieses rassistischen
Unrechtssystems war – die jedes Jahr bis
heute stattfindenden millionenfachen
Genialverstümmelungen an Frauen in weiten
Teilen des Sahel und Ostafrikas finden keine
proportinal angemessene Aufmerksamkeit. Von
Aktionen vergleichbar Band Aid ect. ganz zu
schweigen. Nur wenn man Weiße bzw. „den
Westen“ irgendwie mit Unrecht und Elend in
Verbindung bringen kann, empört sich das
linksorientierte Pseudogutmenschentum (Man
muß hier allerdings ausdrücklich loben und
anerkennen, dass es auch viele aufrichtige,
links orientierte Menschen gibt. So ist z.B.
das Engagement gegen Genialverstümmelung
geradezu eine Domäne von
Frauenrechtsorganisationen, die sich sehr
wohl politisch links einstufen. Allerdings
erfahren sie von linken Parteien und Medien
eine nur sehr untergeordnete Unterstützung –
leider!).
Israel als Stellvertreter westlicher Kultur
und Freiheiten
Die verbreitete, schroffe Kritik an den
jüngsten Notwehrmaßnahmen Israels hat neben
dem nach wie vor exzessiv vorhandenen
Antisemitimus eine weitere Wurzel. Israel
repräsentiert als einziger Staat in der
Region Demokratie und die Beachtung der
Menschenrechte – und somit auch das westliche
Gesellschaftsmodell. Hinzu kommt die
Verteidigungsbereitschaft Israels und die
Weigerung, sich selbst gegenüber den
islamischen Eroberungsbestrebungen
aufzugeben.
Dies widerspricht der Autodestruktivität der
„Friedensbewegung“, die in Wirklichkeit eine
einseitig anti-westliche Bewegung war und
ist. „Lieber rot als tot“ sollten wir werden,
anstatt „frei und lebendig“ bleiben.
Einseitige Abrüstung ist nichts als die
Methapher dafür, sich einem totalitären,
angriffswilligen Aggressor schutzlos
auszuliefern, damit dieser das verhasste
westliche System abschaffen kann – getarnt
als moralisch überlegener Standpunkt der
Friedfertigkeit. Israel verstößt mit seinem
Willen zur Selbstbehauptung gegen das sich
ausliefernde Abrüstungsparadigma.
Kennzeichnend für diesen Pseudopazifismus ist
die Einseitigkeit der Forderungen. Die
Pershing-Raketen wurden heftigst abgelehnt,
die sowjetischen SS 20 nahezu stillschweigend
akzeptiert. Wir sollten uns für den Dialog
öffnen, von den sozialistischen
Unterdrückungsregimen forderte man noch nicht
einmal die Einhaltung der Menschenrechte.
Gemäß diesem Muster verhält es sich nun auch
mit Israel. Kein einziger dieser
Friedensbewegten appellierte an die Hamas,
ihre ständigen Mordversuche durch
Raketenbeschuss einzustellen. Alle
Friedensbesorgten wurden erst dann aktiv, als
Israel die ständigen Mordversuche nicht
länger hinnehmen wollte und konnte. Diese
„Sorge um den Frieden“ ist somit nicht
glaubwürdig, weder damals noch heute -
sondern einseitig politisch zweckdienlich.
Permanent beklagt wird auch die „Isolation“
des Gazastreifens mit einer Mauer durch die
angeblich so bösen Israelis. Dass diese
gebaut wurde, um Massaker an den Menschen in
Israel durch Märtyreranschläge frommer
Djihadisten zu verhindern, wird in diesem
Zusammenhang immer verschwiegen. Auch dass
Israel den Gazastreifen logistisch in
vielfältiger Weise versorgt, obwohl die
dortige Bevölkerung zwei Parteien gewählt
hat, die beide die Vernichtung von Israel zum
Ziel haben, wird NIE anerkennend erwähnt. Man
hängt die moralische Latte für Israel so
hoch, dass Israel daran scheitern muss, weil
die Rolle des bad guy in einem
anti-westlichen (in dem Fall auch noch
antisemitischen) Szenario fest vergegeben
ist. Logisch konsequent verschweigen Medien
und Politiker auch die andere Mauer – jene zu
Ägypten hin, bzw. klagen Ägypten niemals an
wegen genau dieser Mauer, sondern immer nur
Israel.
Antiwestliche Strömungen als natürliche
Verbündete der antiwestlichen Linken
Priorität des Antiwestlichen
Alle Widersprüche in linken Argumentationen
lösen sich schlagartig auf, wenn man die
antiwestliche Grundüberzeugung im linken
Dogmatismus einbezieht. „Das Westliche“ ist
das Feindbild im linken Weltbild schlechthin.
Es ist derart zentral, dass dieser
Feindbildpflege praktisch alles untergeordnet
wird. Die Linken erkennen noch nicht einmal,
dass sie selbst ebenfalls Kinder der
westlichen Kultur sind. Marx und die
sozialistischen Gerechtikeitsphantasien
entspringen einer langen kulturellen
Tradition bis hin zum Christentum, wurden
jedoch von der sozialistischen Idee
deformiert und missbraucht.
Gemäß dem Primat des Anti-Westlichen ist es
nur logisch, dass die politische Linke den
Islam mit ständig wachsender Sympathie
betrachtet. Um den verhassten US-verbündeten
Schah von Persien zu stürzen, koalierten die
dortigen Linken ebenfalls mit dem Koran-Islam
Khomeinis, und wurden nach der
Implementierung der islamischen Staatstruktur
sukzessive verfolgt und vielfach ermordet.
Bei den westlichen Linken zog dies keine
vernehmbare Empörung nach sich, ganz im
Gegensatz zu den Praktiken des Schah.
Strukturell gibt es etliche Übereinstimmungen
von linkesextremer Dogmatik und islamischer
Ideologie über den antiwestlichen Aspekt
hinaus. Beide sind anti-individualistisch und
stellen das Kollektiv als ethischen Parameter
in den Vordergrund. Beide mögen keine
Systemkritik und sind tendenziell stark
intolerant, in beiden Systemen gibt es
teilweise die Überzeugung, dass Gewalt zur
Erlangung des von ihnen gewollten,
repressiven Systems eine gewisse Legitimität
hat. Die Distanzierung von solchen
Gewalttätern fällt schwach aus. Noch
schwächer fällt die Grundsatzhinterfragung
der ideologischen Zielsetzung der Gewalttäter
aus (siehe Idealisierung der RAF – Morden für
den guten Zweck). Beide befürworten ein bis
tief ins Privatleben eingreifendes normatives
Zwangskorsett, wenn auch mit
unterschiedlichen Begründungen. Dort muss es
islamisch sein, hier politisch korrekt.
Natürlich gibt es auch Differenzen.
Eigentlich. So gehört zum wenigen, was man
dem Sozialismus verdienstvoll anrechnen kann
und muss, die gesellschaftliche
Besserstellung der Frau und keine offene
Verfolgung Homosexueller. Doch genau diese
postiven Aspekte linker Ideologie begraben
die Linken nun für ein Gesinnungsbündnis mit
dem Islam im Kampf gegen ihr westliches
Feindbild. Hier liegt die absolute Priorität.
Das Fehlen linker Selbstkritik
Die westlichen Linken haben aus der
weitgehenden Vernichtung der Linken im
islamischen Iran nichts gelernt, und es fragt
sich schon fast, ob sie überhaupt dazu in der
Lage sind. Denn dazu müssten sie eine Tugend
bei sich selbst entwickeln, die sie von ihren
erklärten Feinden beständig einfordern:
Selbstkritik.
Linke Selbstkritik würde bedeuten
anzuerkennen, dass der Sozialismus über 100
Millionen Mordopfer zu verantworten hat.
Abermillionen Folteropfer und ohne
marktwirtschaftliche Komponente nichts als
Armut für Milliarden von Menschen
hervorgebracht hat. Sie würde bedeuten
anzuerkennen, dass ein linkes
Gesellschaftsystem dazu tendiert, die Rechte
des Individuums zugunsten des Kollektivs zu
beschneiden und dass es systemimmanent
Unrecht und Armut schafft. Dass das linke
Gesellschaftsmodell in der politischen Praxis
vor allem jene mästet, die von sich
behaupten, sie verwalten und vertreten die
Bedürfnisse des Kollektivs. Sie müssten dazu
bereit sein, auf ihre gegenwärtigen und
erhofften Privilegien ein Stück weit zu
verzichten.
Bei Offenheit für Selbstkritik könnte die
politische Linke ihr Verlangen nach Macht und
die daraus resultierende persönliche
Befriedigung nicht länger moralisch
rechtfertigen. Es sei denn, sie gibt ihren
linksideologischen Standpunkt weitgehend auf
und verurteilt z.B. Homophobie immer gleich
laut, unabhängig vom Täter. Sie müsste
anerkennen, dass das westliche System bei
weitem besser ist als sie es bislang
darstellen und/oder wahrnehmen. Sie müssten
sich von der schmeichelhaften Vorstellung
trennen, moralisch den Nicht-Linken, den
„Kapitalisten“, den undogmatischen
Menschenrechtlern, sogar dem viel geschmähten
„Stammtisch“ überlegen zu sein. Sie müssten
sich stattdessen messen lassen an den
Resultaten ihrer Politik statt an
hochtrabenden Ansprüchen und Versprechungen.
Und gemessen am Resultat zeigt sich linke
Politik umso weiter von ihren Ansprüchen
entfernt, je weiter links sie betrieben wird.
Die systematische Zerstörung des westlichen
Selbstwertgefühls
Es gibt im Moment keine Anhaltspunkte dafür,
dass hier irgendwann Selbstreflektion und
Selbstkritk in größerem Umfang einsetzt. Viel
zu verfestigt sind die psychologischen
Schutzreflexe in leider ziemlich vielen
linken Köpfen: Schuld sind immer die anderen,
nie man selbst. Selbstkritik fordert man nur
„vom Westen“, von „der Gesellschaft“ (selbst
wenn sie selbst diese Gesellschaft maßgeblich
gestalten, sieht sich die politische Linke
nicht als Teil davon), aber nicht von anderen
Kulturen und schon gar nicht von sich selbst.
Es ist die machtpolitisch zweckmäßige
Strategie, das Selbstwertgefühl im Westen,
die Identifikation mit der westlichen
Gesellschaftsform zu zerstören, um dann das
eigene Verlangen nach Macht befriedigen zu
können. Ein unablässiger, selektiver Fluß an
„Information“, an kulturhistorischer
Darstellung sorgt dafür, dass die Bevölkerung
das westliche Gesellschaftsmodell immer
negativer sieht. Ohne positive
Identifitkation wird es zur leichten Beute
linker Umgestalter und später – mithilfe der
demografischen Entwicklung – des Islam.
Aufbrechen der antiwestlichen Deutungsmuster
Realistisch betrachtet stehen die Chancen für
ein Aufbrechen der antiwestlichen
Deutungsmuster nahe Null. Dazu müssten sich
auflagen- und quotenstarke Leitmedien
etablieren, die konsequent die Widersprüche
linker Deutungsmuster transparent machen und
vor allem ins öffentliche Bewusstsein
transportieren. Diese sind nicht einmal im
Ansatz erkennbar. Praktisch jeder
konservative Standpunkt von der Krippenkritik
für Kleinkinder durch Eva Herman über Roland
Koch mit seinem Vorschlag effizienterer
Strafverfolgung bis zu der von Friedrich Merz
angeregten Debatte zur deutschen Leitkultur –
immer schlachteten die Medien jeden
konservativen Vorstoß, der linken
Weltanschauungen widerspricht, geradezu ab.
Die Wirkung des Internets in seiner
Breitenwirkung sollte man nicht überschätzen.
Eine Hand voll mutiger, engagierter Blogger
schuften in ihrer Freizeit, während die ganz
überwiegend linke Journallie für satte
Gehaltsprofite schreibt und sich zudem im
Zuge des Marsches durch die Institutionen
viele 68er in die höchsten BAT-Tarife hoch
gewurstelt haben, von denen aus sie
„Gesinnungsarbeit“ mit allerlei
„wissenschaftlichen Studien“ leisten können.
Es stehen also nahezu Mittellose einer
bestens organisierten und finanziell extrem
gut ausgestatteten linksorientierten Elite
gegenüber, die zudem glaubt, ihre immer mehr
ins Totalitäre abgleitenden Vorstellungen von
„Grenzen der Meinungsfreiheit“ würden die
Welt verbessern (in Wirklichkeit schützen sie
den eigenen Machtanspruch vor Kritik, die
Widersprüche aufzeigt). Man sollte nicht die
Entschlossenheit der Linksideologen in ihrem
Machtstreben unterschätzen. Neue Gesetze, um
Zensur auszuüben, sind schnell erlassen und
es ist nur eine Frage der Zeit, von wenigen
Jahren, bis diese kommen. Getarnt als Schutz
vor „Diskriminierung“, ect.
Prognose
Falls es noch einmal zu einem islamisch
motivierten Anschlag kommen sollte in Europa
oder den USA, wird dieser als Beleg und
Seismograph für die Unzulänglichkeiten
unserer Gesellschaft interpretiert werden. Je
mehr Mordopfer, umso mehr haben wir
diskriminiert und ausgegrenzt. Mit diesem
Deutungsmuster ist gewährleistet, dass es
keinen Aufwacheffekt (mehr) gibt und dass die
linksorientierten Machteliten ihre Pfründe
nicht verlieren.
Sollte sich irgendwann ein wirklich großer
Konflikt um Israel entwickeln, wird man
massiv versuchen primär Israel für diesen
verantwortlich machen, weil sich Israel der
linken Grundvorstellung der Selbstaufgabe zu
Gunsten eines anti-westlichen Systems
widersetzt (statt “lieber rot als tot” gilt
heute “lieber islamisch als tot”).
Gefangen im eigenen System (und alle anderen
mit)
Moralisch fahren viele Linksdogmatiker auf
der Überholspur. Von der eigenen moralischen
Überlegenheit überzeugt, glauben sie die Welt
gemäß den Verheißungen ihrer Ideologie zu
verbessern. Negative Resultate zählen
schließlich nicht bzw. „beweisen“ nur, dass
man noch immer nicht weit genug geht mit
linker Politik. Dieses System ist gedanklich
geschlossen. D.h. von außen kommt man ihm
argumentativ kaum mehr bei. Psychologisch
gesehen trägt es religiös-sektiererische
Züge. Ähnlich wie im Islam vermischen sich
hier Glaube und Politik in verhängnisvoller
Weise. Abgesichert durch argumentative
Scheinlogik können Grundsatzüberzeugungen
kaum noch erschüttert werden. Ein Wesenszug,
der allen Dogmatikern anhaftet – längst nicht
nur den linken. Nur wenn sich die Träger
dogmatischer Ideologie umorientieren, der
Veränderungsprozess also von innen her
angestoßen wird, stellen sich Veränderungen
ein. Doch wie soll dieser Prozess bei dem
hohen Grad ideologischer Abschirmung und
Identifikation mit dem vermeintlich
höherwertigen moralischen Selbstbild in Gang
kommen? Dabei käme eventuell das
Selbstwertgefühl eines sich eben noch
moralisch überlegen Fühlenden gravierend ins
Rutschen. Warum sich also so etwas antun?
Die Geschichte der Menschheit ist voll mit
Beispielen von Kulturen, die durch Beharren
auf ideologischen und religiösen Dogmen
nieder gingen und die eine flexible Anpassung
an neue Gegebenheiten verhindert haben.
Irgendwann läuft die Zeit für jede Kultur ab.
Wir sind Zeitzeugen einer Entwicklung, in der
die großartigste Kultur der
Menschheitsgeschichte erst langsam, dann
immer schneller nieder geht durch die
Unfähigkeit zur Selbstreflektion und
Selbstkritik der herrschenden Elite. Es ist
ein Musterbeispiel, wie die Psycholgie des
Machtstrebens und dem Bedürfnis nach
moralischer Anerkennung, durch falsche Werte
zwangsläufig in Selbstzerstörung mündet.
Es wäre schön, wenn viele politische links
orientierte Menschen den Widerspruch zwischen
ihren Idealen und der Realität erkennen
würden. Neben den nach Macht strebenden
Politikern und den missionierenden
Journalisten gibt es sehr viele Linke, die
ihren Standpunkt aus tiefster humanistischer
Überzeugung vertreten. Wenn diese Menschen
erkennen, dass die heutige linke Politik
letztlich ihren eigenen Idealen widerspricht
und sich eine alternative Bewegung gegen die
uns seit ‘68 quälenden Dogmen formiert -
vielleicht könnte sich dann doch noch etwas
zum Postiven bewegen lassen.
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